
Haben Sie auch so einen ergonomischen, rücken- und bandscheibengerechten Bürodrehstuhl mit einer biodynamischen Rückenlehne und die Probleme sind immer noch da?
Seit etwa 1960 gibt es die Ergonomüh. Nach ca. 15 Jahren war endlich klar, dass wir beim Sitzen zu wenig Bewegung haben. Als ersten Schildbürgerstreich dazu erfand man das „biodynamische Sitzen“: man machte die Rückenlehne durch eine Feder nach hinten drückbar. Das ist noch heute Standard, aber ich staune immer wieder, wenn ich in die nächste Sparkasse komme, wie viele Mitarbeiter da auf den vordersten 20 cm ihres Stuhles hocken, so weit wie möglich weg von der teuren „biodynamischen“ Rückenlehne. Da käme es doch billiger, sie gleich auf eine gut gepolsterte Hühnerstange zu setzen.
Was treibt den Sitzenden, auf seinem Stuhl ganz nach vorne zu rutschen? Die Bioswing-Forschung kann die Frage klar beantworten: Nicht die Rückenlehne ist die Bremsfläche, die uns verspannt macht und die Vitalfunktionen drosselt, sondern die Sitzfläche! Mit der beweglichen Rückenlehne ist also das verkehrte Problem gelöst.
Die nächste Ergonomühsatire war der sog. „Sitzball“, fortgesetzt mit „Sitzkissen“ u.ä., wo man endlich die Sitzfläche beweglich machte. Doch auch da schaut kein Mensch hin und keiner glaubt sich, was er fühlt. Auf dem Ball sitze ich obendrauf und wenn ich mein Gewicht etwas nach rechts verlagere, dann gibt die labile Unterlage nach und mein Gewicht drückt mich noch stärker nach außen und unten. Die Wirbelsäule wird gebogen und die Drücke gehen immer stärker dahin, wo sie nicht sollen: an den Rand. Die Bewegungsqualität ist labil und zentrifugal. Das Ballprinzip — nach dem fast alle beweglichen Stühle funktionieren — ist das Fehlerverstärkungsprinzip.
Nun stellen Sie sich vor, Sie sitzen nicht oben auf einer Kugel sondern unten in einer Schaukel, die an Seilen hängt. Beim Bioswing-Stuhl sind das vier Pendel von ca. 16 cm Länge, an denen der Stuhl unter der Sitzfläche aufgehängt ist. Die Pendel werden durch einen Dämpfungsmantel im Frequenzbereich 0,8 – 2,7 Hertz gehalten; das ist nahe der menschlichen Eigenschwingung, wo man loslässt und sich entspannt und wo das Sitzen keine Kraft kostet.
Was geschieht, wenn ich über die Sitzfläche die Pendel 2 cm nach rechts schiebe? Nun, sie gehen sofort anschließend über die Mitte 2 cm nach links und die Abweichung wird genau angemessen ausgeglichen. Jede Bewegung wird ausgeglichen und alle Bewegungen orientieren sich zum Zentrum hin, was bedeutet, dass man mit Bioswing permanent ausgeglichen und konzentriert wird — ganz wörtlich genommen. Das Bioswing-Prinzip ist also das Fehlerausgleichsprinzip.
Das, wodurch sich der Bioswing-Stuhl vor allen anderen auszeichnet, ist nicht, dass er etwas mit dem Sitzenden macht, im Gegenteil! Der Bioswing-Stuhl ist der einzige Stuhl, der nicht zu Ungunsten des Sitzenden in sein Lebenssystem eingreift. Der Bioswing-Stuhl heißt Bioswing-Stuhl, weil er dem Sitzenden zu
